5 Schritte, wie Du aus Fehlern lernen kannst

Es gibt zwei Arten von Menschen. Die, welche sich von Fehlern aus der Bahn werfen lassen und aufgeben und diejenigen, die aus solchen umso gestärkter hervor gehen. Hier lernst Du, warum Fehlschläge im Leben völlig normal sind und wie Du aus Fehlern lernen kannst.

Allzu schnell könnte man beim Beobachten erfolgreicher Menschen dem Gedanken erliegen, diesen Glück oder ein gutes Händchen nachzusagen. Der Grund ist relativ einfach: In dem wir dies tun, stehlen wir uns selbst aus der Verantwortung. Schließlich hatten die Anderen einfach Glück und wir eben nicht.

Leider – oder zum Glück – ist das Leben nicht ganz so einfach. Sicher spielt auch das Zufallsmoment und ein wenig Glück im Alltag eine Rolle. Aber der Grund, warum manche Menschen glücklicher und zufriedener sind, ist oftmals ein gänzlich anderer. Erfolgreiche Menschen verfügen meist über ein unersättliches Maß an Motivation und Selbstdisziplin. Sie haben ihr Ziel stets vor Augen und halten daran fest, egal, was auch passiert.

Für erfolgreiche Menschen gehören Fehler somit fest zum Leben dazu. Sie sind für sie weder schlimm oder dramatisch, noch haben sie für solche Menschen irgendetwas mit Glück oder Unglück zu tun. Sie denken nicht einmal daran, scheitern zu können, sondern machen einfach ihr Ding. Egal, wie viel Steine das Schicksal ihnen in den Weg legen mag, egal, was andere sagen.

Wachstum gibt es nur außerhalb der Komfortzone. Also dann, wenn Du Dinge tust, die Du sonst nicht tust und somit über Dich und Deine bisherige Leistung hinaus wächst. Dass es jedoch dort, wo Du zuvor noch nie warst, auch Risiken gibt, die zu Fehlern führen können, sollte logisch sein. Wie willst Du auch sicher etwas beherrschen, was Du um ersten Mal probierst? Fehler müssen deswegen auch nicht automatisch schlecht sein. Glaubst du nicht?

Die besten Fehler der Menschheitsgeschichte

Eines der besten Beispiele dafür, wie wichtig es ist, nicht direkt beim ersten Scheitern aufzugeben, ist die Dir vielleicht schon bekannte Erfindung der Glühbirne. Sage und schreibe 9.000 Versuche brauchte Thomas Alva Edison einst, bis seine Erfindung funktionierte. Als sein Mitarbeiter nach bereits 1.000 Versuchen mit den Worten “Wir sind gescheitert.” aufgeben wollte, entgegnete Edison sein berühmtes Zitat.

“Ich bin nicht gescheitert – ich habe 1.000 Wege entdeckt, die nicht funktioniert haben.”

Thomas Alva Edison

Ein ähnlich folgenreicher Fehler ereignete sich im Jahr 1492, als sich Christoph Kolumbus auf den Weg nach Asien machen wollte. Dummerweise fußte seine Planung dabei auf den Angaben des Geografen Poseidonios, welcher den Erdumfang noch ein Fünftel zu kurz berechnet hatte.

Die Erfindung der Glühbirne resultierte aus zahlreichen Fehlversuchen.
Die Erfindung der Glühbirne ist ein Produkt vieler Fehlschläge.

Gepaart mit einem zweiten Fehler, durch den Kolumbus die Seemeilen falsch umrechnete, glaubte dieser, dass Asien näher läge, als es eigentlich der Fall war. Die Folge ist uns allen bekannt: Er erreichte schließlich nicht Asien, sondern den bis dahin von Europäern unentdeckten Kontinent Amerika.

Die Moral der beiden Geschichten: Fehler passieren nicht nur, sie sind manchmal sogar erforderlich, um etwas wirklich Einzigartiges zu erreichen. Und in den wenigsten Fällen wissen wir, wohin uns unsere vermeintlichen Fehlschläge langfristig bringen können. Es ist deswegen ungeheuer wichtig, einen souveränen Umgang mit Fehlern gedanklich zu verankern.

Hätte Edison sich von seinem Mitarbeiter demotivieren lassen oder Kolumbus aufgrund der nahenden Meuterei seiner Mannschaft umgekehrt; unsere Geschichte wäre gänzlich anders verlaufen.

Das Risiko von Fehlschlägen reduzieren

Bevor Du lernst, wie Du am besten mit Fehlern umgehst, solltest Du Dir ein paar Grundsätze merken, wie Du einen Großteil von Fehlern vermeiden kannst. Hört sich einfacher an, als getan? Ist es aber nicht.

Die richtige Planung

Einer der Hauptgründe, warum wir im Leben scheitern oder warum etwas schiefgeht, ist oftmals einfach nur mangelnde Planung. Dabei geht es gar nicht darum, jedes noch so kleine Vorhaben fein säuberlich auf dem Reißbrett zu kalkulieren, sondern einfach darum, kurz die Basics zu checken und einen groben Fahrplan im Kopf zu haben.

Wenn Du eine tolle Idee hast, ist es alles andere als gut, mit deren Umsetzung all zu lange zu warten. Ideen sollten angegangen werden, so lange man noch so richtig für sie brennt. Wer wartet, verliert oder wird von anderen überholt. Dennoch solltest Du Dir kurz Gedanken über eventuelle Risiken machen und zunächst eine Nacht drüber schlafen.

Wenn die Idee am nächsten Morgen immer noch in Dir brennt, solltest Du eine effektive Zielplanung erstellen.

Die richtige Menge

Gerade hochmotivierte Menschen (“Macher”) haben meist tausende Ideen und Vorhaben im Kopf. Sie wissen oft gar nicht so recht, wo sie anfangen sollen. Sie neigen deswegen auch schnell dazu, zu viele dieser Ideen auf einmal umsetzen zu wollen.

So schwer es Dir auch fallen mag: Versuche Dich auf eine Sache oder wenige Sachen zu konzentrieren und Deine Ziele konsequent der Reihe nach abzuarbeiten, sofern Du sie nicht delegieren kannst.

Es bringt Dir überhaupt nichts, wenn Du bspw. in vier verschiedene Vorhaben je 25 Prozent Deiner Energie steckst und deswegen kaum oder gar nicht voran kommst. Im schlimmsten Fall wirst Du keines dieser Vorhaben zu Ende bringen und Dich dann so richtig schlecht fühlen.

Setze Prioritäten und versuche die Dir zur Verfügung stehende Energie zeitgleich immer auf möglichst wenige Ziele zu fokussieren. So bemerkst Du eventuelle Risiken viel eher, als wenn Du gerade von einer anderen Sache abgelenkt bist.

Der richtige Umgang

Ob Studium, Geschäftsidee oder sportlicher Ehrgeiz: Ganz egal, welches auch Dein Ziel sein mag, achte darauf, mit wem Du Deine Zeit verbringst. Es gibt kaum etwas Unnötigeres, als Menschen im persönlichen Umfeld, die einem ständig einreden wollen, dass man etwas nicht schaffen könne.

Umgebe Dich stattdessen mit positiv gestimmten und Dir gut gesonnenen Menschen. Menschen, die entweder ihre eigenen Ziele verfolgen oder sogar die gleichen Ziele haben, wie Du. Die Gefahr, mit solchen Menschen an der Seite zu scheitern, ist um ein Vielfaches geringer, als mit Leuten, die nur darauf warten, dass genau das passiert.

Optimistische Menschen, die Dein Streben nachvollziehen können, können Dich mit eigenen Erfahrungen unterstützen und auf Risiken hinweisen. Nutze deswegen die Erfahrungen dieser Leute, die an Deiner Seite stehen. Du kannst so einen großen Teil potentieller Fehler bereits im Keim zu ersticken.

Sollte es Dir bisher an solchen Leuten in Deinem sozialen Umfeld fehlen, keine Sorge. Sei künftig einfach offen für neue Freund- und Bekanntschaften, wenn Du Menschen begegnest, die von einem ähnlichen Schlag sind wie Du oder zu denen Du aufschaust. Wenn Dir das nicht schnell genug geht, mach Dich dahin auf, wo Du solche Menschen erwarten würdest: Im Fitnessstudio, auf einer Messe, auf dem Campus, wo auch immer.

Aus Fehlern lernen leicht gemacht

Sich Fehler eingestehen

Einen Fehler machen oder einen Fehlschlag erleiden gehört zum Leben dazu, das sollte Dir bis hierher klar sein. Problematisch wird es jedoch, wenn Du den Fehler gar nicht wahrhaben willst. Natürlich sollst Du nicht vorschnell aufgeben, aber manchmal muss eben auch genau dies sein.

Frage Dich, ob Du noch wirklich eine Chance hast oder ob diese Runde (nicht das ganze Spiel) halt einfach verloren ist. Sich Fehler nicht einzugehen, kann Dich sehr sehr viel Zeit kosten, die Du eigentlich sinnvoller nutzen könntest. Wenn Du Dich bspw. seit 6 Jahren durch ein Fernstudium quälst oder Du beruflich den falschen Weg eingeschlagen hast, solltest Du Dir vielleicht einmal Gedanken machen.

Auch wenn es manchmal weh tut, sei ehrlich zu Dir selbst. Lerne zu erkennen, wann es Zeit ist, sich eine Niederlage einzugestehen. Das tut manchmal besser, als sich unnötig lange zu quälen.

Selbstkritisch zu sich selbst sein

Einen Fehlschlag zu erleiden, ist es eine Sache, diesen anzuerkennen eine andere. Die nächste Stufe ist jedoch, auch so selbstkritisch sein zu können, dass Du Dir eingestehen kannst, wenn Du etwas verbockt hast.

Selbstkritisch aus Fehlern lernen
Wer selbstkritisch und ehrlich zu sich, kann aus Fehlern sehr viel lernen.

Wir sind damit genau beim dem Thema, welches wir bereits ganz oben in der Einleitung angesprochen haben. Es ist leicht und bequem, den Grund eines Fehlschlags im Pech oder Schicksal zu suchen. Nur, das hilft Dir leider überhaupt nicht weiter. Mit diesem Denken wirst Du nie wachsen, weil Du ständig davon ausgehst, dass Fehlschläge einzig und allein an der Umwelt und den Anderen liegen.

Analysiere die Situation so objektiv wie möglich. War es wirklich Pech, dass in der Klausur die falschen Fragen dran kamen? Oder ist es nicht viel mehr so, dass Du nur die Hälfte gelernt hast und genau die andere Hälfte abgefragt wurde?

Wenn Du die Gründe für Dein Scheitern erkannt hast, gibt es genau zwei Möglichkeiten. Entweder Du arbeitest an diesen Gründen, um beim nächsten Mal besser vorbereitet zu sein. Oder Du erkennst, dass Du auf dem Holzweg bist und eigentlich etwas anderes tun solltest.

Es gehört etwas dazu, sich solche Dinge eingestehen zu können. Viele Menschen brauchen Jahre, um dies zu können, andere schaffen es ihr ganzes Leben über nicht. Dies gilt gerade dann, wenn man bisher im Leben immer die Anderen für alles verantwortlich gemacht hat. Einmal umgedacht, wirst Du aber schnell sehen, dass Du mit einer realistischen und objektiven Einstellung im Leben erstaunlich weiter kommst.

Fehler akzeptieren und einplanen

In unserer Gesellschaft werden Fehler allzu oft stigmatisiert. In vielen Bereichen unseres Lebens, wo alles auf Leistung und Perfektion getrimmt ist, scheint es, als dürften Fehler einfach gar nicht passieren.

Diese Ansicht ist falsch. Menschen sind nicht perfekt, niemand von uns ist das. Weder Deine Freunde, Kommilitonen, Geschwister, Dein Professor oder Dein Chef. Fehler passieren und gehören zum Leben dazu. Statt sie als Dinge zu sehen, die einfach nicht passieren dürfen, solltest Du Dir deswegen angewöhnen, Fehler als wichtigen Bestandteil und vor allem als Notwendigkeit anzusehen.

Rechne mit Fehlern und freu Dich – sofern sie nicht lebensbedrohlich dramatisch sind – über sie. Denn mit jedem Fehler, den Du machst und analysierst, wirst Du besser und stärker. Indem Du Fehlern in Deinem Leben auf diese Weise einen positiven Anstrich verpasst, nimmst Du ihnen ihren negativen Einfluss auf Deine Laune.

Selbstbewusst agieren

Gehörst Du zu den Menschen, die – gefühlt – ständig Fehler machen? Vorsicht. Wenn Du diese Fragen bejahst, gibt es ein Problem, an welchem Du dringend arbeiten musst. Gemeint ist nicht das Problem, dass Du dauernd Fehler machst, sondern Deine innere Einstellung.

Die Sozialpsychologie kennt die sogenannte selbst-erfüllende Prophezeiung, nach welcher Dinge, die man sich nur beharrlich genug einredet, auch eintreten, weil Du die ganze Zeit daran denkst und somit unbewusst darauf hin arbeitest. Wenn Du überproportional viele Fehler machst, könnte es also eventuell daran liegen, dass dies einfach nur deswegen passiert, weil Du ständig Angst hast, irgendwelche Fehler zu machen.

Ändere Deine Einstellung, in dem Du Dein Selbstbewusstsein schärfst. Nutze das Prinzip der selbst-erfüllenden Prophezeiung zu Deinen Gunsten. Rede Dir stattdessen ein, wie gut Du eigentlich bist und dass Du dies und jenes mit links schaffst. Du wirst Dich wundern, wie stark die richtige Einstellung hier mit reinspielt und wie sehr die innere Einstellung die eigene Fehlerquote beeinflusst.

Durchatmen und weiter machen

Gewöhne Dir an, Dich nicht allzu lange mit Fehlern zu beschäftigen. Nachdem Du einen Fehler erkannt hast, nimm Dir kurz Zeit, die Gründe zu erörtern. Du kannst so oft vermeiden, denselben Fehler in Zukunft nochmal zu machen. Dabei solltest Du es dann aber auch belassen.

Das Schlimmste, was Du machen kannst, ist, Dich tagelang über den Fehlschlag aufzuregen oder Dir ggf. selbst Vorwürfe zu machen. Damit tust Du dir keinen Gefallen und das nagt nur an Deinem Selbstbewusstsein.

Nimm den Fehlschlag, als das was er zunächst einmal ist. Als notwendiges Übel des Lebens, an welchem Du wachsen kannst, wenn Du denn willst.

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